Wie Du Dein mobiles Streaming-Setup zum Laufen bringst

Mit immer leistungsfähigeren Smartphones und immer besser werdenden Internet-Verbindungen wird mobiles Livestreaming zu einer Möglichkeit für jedermann. In diesem Blog findest Du einige Tipps für ein tolles Livestreaming-Setup für Deine Zuschauer!
Livestreaming mit dem Handy, so geht's | Morawa Digital

Mit immer leistungsfähigeren Smartphones und immer besser werdenden Internet-Verbindungen wird mobiles Livestreaming zu einer Möglichkeit für jedermann. Und das zeigt sich: Der IRL-Bereich auf twitch.tv ist eine der beliebtesten Kategorien auf der Homepage, wenn man die Anzahl der Aufrufe betrachtet. Das bedeutet auch, dass Du Dich von der Masse abheben und Deinen Nutzern ein hochwertiges Seherlebnis bieten musst, um es in diesen Bereich zu schaffen.

In diesem Blog findest Du einige Tipps für ein tolles Livestreaming-Setup für Deine Zuschauer, ganz gleich, ob Du Dein Hobby-Fußballspiel, ein Abendessen mit Deinen Freunden in einem Restaurant, eine Grill-Session im Freien oder was auch immer Dein kreativer Kopf sich ausgedacht hat, livestreamen möchtest.

Wir geben Dir zunächst eine Anleitung, wie Du mit „Streamlabs“ ein einfaches Streaming einrichtest, und gehen dann auf die technische Seite ein, wo Du den Livestream mit Overlays, Musik usw. verbessern kannst, indem Du Deinen eigenen Livestream-Server zu Hause erstellst.

Das brauchst Du, um mit Deinem Smartphone livestreamen zu können

Zunächst zu den Basiskomponenten, die Du benötigst: Ein Smartphone mit Internetanschluss und eine App namens „Streamlabs“. Das war’s. Um lange Betriebszeiten zu gewährleisten, solltest Du aber auch über eine Powerbank nachdenken. Mit diesen Dingen kannst Du anfangen, alles auf Deinen Twitch-, Youtube-, Facebook- oder ähnlichen Accounts zu streamen.

Das eigentliche Livestreaming kann mit einer App namens „Streamlabs“ durchgeführt werden. Diese App ist für iOS und Android erhältlich und bietet Dir alle grundlegenden Tools für das Livestreaming. Sie ermöglicht es sogar, Deinen Chat zu lesen, während Du streamst, und bestimmte Widgets auf Deinem Stream zu überlagern.

Die Einrichtung ist ganz einfach. Lade Dir die App herunter, starte sie, überspringe den ganzen Tracking-Kram, erlaube den Zugriff auf Dein Mikrofon und Deine Kamera und verbinde Dein Twitch-, YouTube-, Facebook-Konto oder einen ähnlichen Account. Sobald Du damit fertig bist, kannst Du auch schon live gehen.

Ein leerer Livestream ist jedoch normalerweise nicht das Seherlebnis, das Du Deinen Nutzern bieten möchtest. Daher verfügt die App über Overlay-Widgets, mit denen Du die Beteiligung an Deinem Stream anzeigen kannst. Das ist wichtig, um zu wachsen, denn die Leute lieben es zu sehen, dass sie den Livestream gemeinsam mit Dir gestalten. Das kann der Chat sein, gesendete Spender, der letzte Follower usw.

Um Deinen Livestream anzupassen, musst Du in den erweiterten Modus wechseln. Dazu gehst Du in das Menü oben links und klickst auf die Schaltfläche „Erweiterter Modus“. Dadurch wird der „Editor“ aktiviert. Im Editor kannst du verschiedene Widgets hinzufügen, indem Du oben auf „Ebenen“ drückst und dann etwas mit dem „Plus“-Symbol hinzufügst. Hier kannst Du Dich ein bisschen austoben und herausfinden, was genau Du in Deinem Stream zeigen möchtest. Alles wird automatisch eingerichtet, da es mit deinem Livestreaming-Plattform-Konto verbunden ist.

Damit kommst Du gut zurecht, aber Du bist auf das beschränkt, was Streamlabs Dir bietet. Die automatischen Popups basieren alle auf dem, was auf der Livestreaming-Plattform passiert. Außerdem kannst Du Dich mit nur einem einzigen Streaming-Dienst gleichzeitig verbinden, es sei denn, Du zahlst für die Premium-Mitgliedschaft.

Wenn Du ein tiefergehendes Erlebnis schaffen willst, wird es ein bisschen komplizierter (oder auch nicht – bleib dran für das Ende).

Erstelle Dein persönliches Streaming-Layout

Dieses Setup erklärt einen recht technischen Ansatz. Wenn Du Dich also nicht sicher fühlst, kannst Du einfach zum nächsten Kapitel übergehen.

Jetzt weißt Du im Grunde, wie Du mit einfachen Overlays auf Deinem Handy auf jeder beliebigen Plattform streamen kannst. Allerdings ist es nicht ganz so gut wie Livestreaming auf dem Computer, denn es fehlen viele Anpassungsmöglichkeiten. Wenn Du zum Beispiel Musik in Deinem Stream abspielen möchtest, musst Du die Musik über Deine Lautsprecher abspielen, damit sie von Deinem Mikrofon aufgenommen und dann in Deinen Livestream übertragen wird. Das ist nicht ideal, denn Du kannst nicht immer Musik über Deine Lautsprecher abspielen, weil Du Dich an einem öffentlichen Ort befindest. Außerdem ist die Qualität – mal nett ausgedrückt – eher mies.

Wenn du also die Anpassungsmöglichkeiten deines Computers nutzen willst, warum nicht von deinem Computer aus streamen? Die Einrichtung ist einfach: Du verwendest dein Handy, um auf Deinem Computer zu Hause zu streamen, und von Deinem Computer aus streamst Du auf alle Deine Livestreaming-Plattformen. Diese Vorgehensweise wird von vielen professionellen Streamern angewandt. Die Idee kann hier nachgelesen werden:

Professionelles Streaming-Layout dank OBS

Hierfür musst Du eine Livestreaming-Software auf Deinem Computer installieren. Wir verwenden dafür meistens das Programm OBS (Open Broadcaster Software). In diesem Blog zeigen wir Dir, wie Du mit OBS Dein persönliches Livestreaming-Layout erstellst:

Zu Beginn definierst Du einfach das genaue Layout, das Du haben möchtest. Du erstellst also alle Widgets, Medienquellen und Overlays, die Du in Deinem Stream haben möchtest. Als Input willst Du den Stream Deines Handys verwenden. Dafür kannst Du zunächst nur eine leere Medienquelle erstellen.

Nun musst Du es möglich machen, auf Deinen Computer zu streamen. Dies erreichst Du, indem Du einen Nginx-Server auf Deinem Computer laufen lässt. Nginx ist eine Software, die es Deinem Computer ermöglicht, als Webserver zu fungieren. Das bedeutet, dass du mit deinem Computer Anfragen aus dem Internet empfangen und damit etwas anfangen kannst.

Um Nginx auf Ubuntu/Windows zu installieren, kannst Du diese Anleitung verwenden: https://www.nginx.com/resources/wiki/start/topics/tutorials/install/

Wenn Du einen Mac verwendest, kannst Du auch brew verwenden:
https://sylvaindurand.org/setting-up-a-nginx-web-server-on-macos/

Zusätzlich musst Du das nginx rtmp Modul installieren:
https://github.com/arut/nginx-rtmp-module

Nun kannst Du in Deiner Konfigurationsdatei (zum Beispiel „/etc/nginx/nginx.conf“ für Ubuntu) einen Livestreaming-Server einrichten. Füge dazu Folgendes in Deine Konfigurationsdatei ein:

				
					rtmp {
    server {
        listen 1935;
        chunk-size 4096;
        
        application live {
            live on;
            record off;
            hls on;
            hls_path /usr/share/nginx/html/live/test;
            hls_fragment 3s;
            hls_playlist_length 18s;
        }
    }
}
				
			

Damit wird Dein Nginx-Server angewiesen, ein rtmp-Modul auf Port 1935 (der Codex, den wir für Livestreaming verwenden) auszuführen und auf eingehende Streams zu warten. Wenn jemand auf Deinem Server streamt, werden sogenannte „hls“-Dateien erstellt, die Du dann in Deine OBS einbinden kannst.

Wenn dies funktioniert, kannst Du in Deinem lokalen Netzwerk auf Deinen Server streamen. Dazu musst Du die IP-Adresse Deines Computers herausfinden und Dein Telefon im selben Netzwerk wie Deinen Computer haben. Dann kannst Du in streamlabs einen benutzerdefinierten rtmp-Server definieren und als Link „rtmp://’Deine-Computer-IP-Adresse‘:1935/live“ und als Stream-Schlüssel „test“ (Du kannst ihn benennen, wie Du willst, aber merke ihn Dir für später) eingeben.

Kleine Randbemerkung:

In Deinem lokalen Netzwerk ist es in Ordnung, rtmp zu verwenden. Wenn Du im Internet streamst, wirst Du Deinen Livestream normalerweise absichern wollen. Zu diesem Zweck kannst Du ein SSL-Zertifikat erstellen und es zu Deiner nginx-Konfiguration hinzufügen. Um diesen Blogpost etwas weniger kompliziert zu gestalten, habe ich diesen Teil der Einfachheit halber übersprungen.

Das ist ja schön und gut, aber ich möchte aus dem Internet streamen, nicht nur von zu Hause aus. Dazu musst du ein bisschen mit deinem Router herumspielen. Du musst eine Sache einrichten, die sich „Portweiterleitung“ nennt. Dabei wird eine Anfrage an die öffentliche IP-Adresse in Kombination mit einem Port an eine Adresse und einen Port im lokalen Netzwerk weitergeleitet. Hier solltest Du zu Deinem Port 1935 weiterleiten, den wir zuvor definiert haben.

Nun musst Du Deine öffentliche IP-Adresse herausfinden, indem Du zu https://www.whatsmyip.org/ gehst.

Wenn Du das getan hast, kannst Du nun von überall im Internet Livestreams an „rtmp: //’Deine öffentliche IP‘:1935/live“ senden. Beachte, dass sich Deine öffentliche IP-Adresse manchmal ändern kann, also stelle sicher, dass Du sie jedes Mal überprüfst, bevor Du live gehst.

Schlussendlich willst Du die Quelle zu OBS hinzufügen. Dafür musst Du eine weitere kleine Änderung an Deiner Nginx-Konfiguration vornehmen. Sobald Du auf den rtmp-Link streamst, wird Nginx Dateien im hls-Standard erzeugen. Aber auch diese Dateien müssen zugänglich sein. Deshalb richtetst Du einen normalen Webserver ein, der diese Dateien an OBS ausgibt. Hierfür kannst Du die folgende Konfiguration in der „http“-Direktive verwenden:

				
					server {
    listen 80;
    
    server_name localhost;
    
    location / {
        #The location setting lets you configure how nginx responds to request for resources within the server.
        root /usr/share/nginx/html;
        index index.html index.htm;
    }
        
        #error_page 404 /404.html;
        
        #redirect server error pages to the static page    /50x.html
        #
        error_page 500 502 503 504 /50x.html;
        location = /50x.html {
            root html;
        }
        
        #proxy the PHP scripts to Apache listening on 127.0.0.1:80
        #
        #location ~ \.php$ {
        #   proxy_pass  http://127.0.0.1;
        #}
        
        #pass the PHP scripts to FastCGI server listening on 127.0.0.1:9000
        #
        #location ~ \.php$ {
        #   root            html;
        #   fastcgi_pass    127.0.0.1:9000;
        #   fastcgi_index   index.php;
        #   fastcgi_param   SCRIPT_FILENAME /scripts$fastcgi_script_name;
        #   include         fastcgi_params;
        #}
        
        #deny access to .htaccess files, if Apache's document root concurs with nginx's one 
        #
        #location ~ /\.ht {
        #   deny all;
        #}
}
				
			

Wir haben die Kommentare der Standardkonfiguration drin gelassen, damit Du sie leichter finden kannst. Wenn das erledigt ist, kannst Du den Link „http://localhost/live/test“ zu Deiner Medienquelle in OBS hinzufügen und schon kann es losgehen. Sobald Du darauf livestreamst, wird der Stream in Deinem OBS angezeigt. Alles, was Du jetzt noch tun musst, ist, den Go-Live-Button zu drücken und Deinen Livestream zu starten.

Das war’s! Du hast Dein Setup fertig und bist völlig flexibel. Wenn Du einen Freund, Verwandten oder Kollegen hast, der den Stream steuern kann, während Du in der realen Welt herumläufst, kannst Du sogar ein paar ausgefallene Dinge tun, wie z.B. Kameras oder Songs wechseln. Andernfalls musst Du ein Programm mit einem Flask-, Fastapi-, Lumen- oder sonstigen Server erstellen, das Deine Overlays von Deinem Handy aus steuert. Zur Steuerung von OBS über eine API können wir Dir folgenden Code empfehlen: https://github.com/obsproject/obs-websocket

Uns ist klar, dass das alles sehr kompliziert klingt. Nicht jeder besitzt das technische Know-How, um dieser Anleitung zu folgen. Darum haben wir haben eine deutlich einfachere Lösung für Dich!

Ganz einfach livestreamen mit Morawa Digital

Wir, bei Morawa Digital, haben an etwas gearbeitet, das Dir die Einrichtung eines eigenen Servers abnimmt. Wir übernehmen die Einrichtung, die Du im vorherigen Kapitel gesehen hast, und lassen sie in unserer Cloud laufen. Auf diese Weise kannst Du Dein gewünschtes Livestreaming-Layout einrichten und wir implementieren es in Deinen Livestream. Außerdem arbeiten wir daran, digitale Streamdecks zu erstellen, sodass Du die Dinge, die im Livestream laufen, von überall aus steuern kannst.

Du brauchst kein verrücktes Python-Programm, das die ganze Magie beherrscht!

Alles, was Du tun musst, ist, auf Deinen Kanal zu gehen, festzulegen, wann Du livestreamen willst, „Streamlabs“ auf Deinem Telefon zu starten und loszulegen.

Wenn Du ein größeres Event planst, bieten wir Dir sogar Beratung und Equipment für die Durchführung Deines Livestreams an. Wir haben Erfahrung mit der Durchführung von Livestreams aller Art – Sportveranstaltungen, Kochshows, sogar eine Messe in der Kirche.

Du willst Dir einen eigenen Eindruck verschaffen?
Dann melde dich bei uns!

Vielen Dank fürs Lesen und Prost!

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